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Ausgangspunkt meiner Arbeit ist das Leben und Schaffen der Physikerin Lise Meitner, eine der ersten Frauen die, im deutschsprachigen Bereich, eine Karriere an der Universität antrat. Insbesondere versuche ich einige Verflechtungen zwischen ihrer Biographie, ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit, sowie dem soziopolitischen Kontext in dem sie lebte, ästhetisch zu re-konstruieren.Die Analyse der Semiotik der Abbildungen einer Fachzeitung (Physics Today), deutet auf Meitners im Schatten gebliebenen Position im Vergleich zu ihrem langjährigen Kollegen Otto Hahn. Trotz der Präsenz, innerhalb der Zeitschrift, von zwei Artikeln über Frauenpositionen in der Physik (in dem einen erzählt L. Meitner über ihre Position als Frau in der Wissenschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der andere befasst sich mit die Rolle der Physikerin in den 60er Jahren), ist die männliche Dominanz innerhalb des Gebietes, bis in die (oder gerade in der) Werbung deutlich wahrnehmbar. Diese Feststellung führte zur Anfertigung einer selbst gestalteten „fake“ Physics Today Zeitschrift. Darin habe ich ausgewählte dokumentarische Einblicke über Meitners Leben, ihre Beziehung zur Wissenschaft und Aspekte ihres Werkes, die mein Interesse fürs Thema geweckt haben, eingefügt. Indem ich diese eher wissenschaftlichen Aspekte in die künstlerische Arbeit einbeziehe, verstehe ich die Komplexität der theoretischen Fragestellungen nicht als eine Beilage zur künstlerischen Installation, sondern als deren konstitutiven Anteil.
Das räumliche Element, eine Art offenes Archiv, fasst dokumentarische Information auf eine nicht lineare Art auf. Die Fächer auf denen sich das ausgewählte Material befindet, sind beweglich; im Gegensatz zu der Zeitschrift gibt es hier eine nicht vordefinierte Folge der Texte, sondern jede BetrachterIn kann einen eigenen Verlauf der Dokumentation für sich kombinieren.
Eine Maschine (Neutronenbeschleuniger), die Meitner zwar entwarf, die ihr jedoch nicht zuerkannt wurde, bildet den Ausgangsgedanken des Videos. Aus einer wissenschaftlichen Abbildung ist eine dreidimensionale Animation konstruiert worden. Das Objekt wird abstrahiert dargestellt; nur zwei Bilder, die physikalische Ideale der Zeit auffassen (Beschreibung der Bahnen eines Elektrons und Darstellung der Zertrümmerung eines Kernes) deuten auf den ursprünglichen Kontext. Damit will ich eine Art von Absolutheit – ein Zustand außerhalb räumlicher und zeitlicher Koordinaten, welchen die 3D Ästhetik in sich birgt – vermeiden.
Die Zeitschrift kann als ein erster Fixpunkt (Element in dem sich Ideen verdichten) verstanden werden; dieser entfaltet sich im skulpturalen Element, wo die räumliche Präsenz und eine subjektive Annäherung vordergründig sind, um zu einem weiteren Fixpunkt (Video) zu kehren. Der Anfang jenes Zyklus ist willkürlich, d.h. der Verlauf kann genauso gut umgekehrt gelesen werden.
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